Steinskulpturen - Maria Sigl




"Die Plastiken entstehen erst im Dialog mit dem Stein und durch das Abtauchen in seine jahrmillionenalte Geschichte. Annehmen was ist, Bestehendes in meinen kreativen Prozess einbinden."

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Über meine Steinarbeiten


Wenn ich über meine Arbeit mit dem Stein, insbesondere dem afrikanischen Serpentin spreche, so kann ich nur über eine Wirklichkeit, die sich prozesshaft entwickelt innerhalb eines kreativen Zeitraumes und der Einbeziehung afrikanischer Philosophie zum Entstehen und Werden vom Ursprung bis zur Endform berichten.

Schwerpunkt meiner künstlerischen Arbeit mit dem 2,6 Milliarden Jahre alten afrikanischen Serpentin ist das abstrakte Erfassen von Formen. Dieser Stein hat mich von Anfang an fasziniert in seiner Vielfältigkeit und in seinem klaren Ausdruck. Die Auseinandersetzung mit Herkunft, Mythologie, Religion und Spiritualität war Teil meiner Annäherung.

Inspiriert werde ich durch Formen in der Natur und zwischenmenschliche Begegnungen. Die Plastiken entstehen erst im Dialog mit dem Stein und durch das Abtauchen in seine jahrmillionenalte Geschichte. Annehmen was ist, Bestehendes in meinen kreativen Prozess einbinden. Mir ist es wichtig, in jeder Skulptur noch einen Teil des Steines so zu belassen, wie ich ihn gefunden habe, aus groben Steinblöcken gehauen, deren Oberfläche von außen nach innen per Hand mit Hammer und Meißel, später mit Raspel und Feile, zuletzt mit trockenem und dann nassem Sandpapier bearbeitet wird und allmählich Gestalt annimmt. Manchmal kann es notwendig sein, die Arbeit beiseite zu legen und sich die Zeit zu nehmen, Abzuschalten, Wahrnehmung und Inspiration zu schärfen. Anfangs ist nicht klar, was sich am Ende formen wird. Für mich geht es darum, eigengestalterische Kräfte in sich zu erkennen, sie zuzulassen ohne jede hemmende Erwartung auf ein bestimmtes Endprodukt, einen freien Gestaltungsprozess und Zufriedenheit im Schaffen, ohne Produktionsdruck, zu erreichen. Eine Entdeckungsreise zu sich selbst. Es eröffnen sich im Entstehungsprozess immer wieder neue Perspektiven. Der Körper wird zum Instrument. Die Impulse aus dem Unbewussten drücken sich unmittelbar aus und sind zuverlässig.

Die schöpferischen Kräfte, die in uns allen vorhanden sind, können sich auf diesem Wege frei entfalten und wohltuend auf uns wirken.

Einer meiner beliebtesten Arbeitsplätze mit Stein befindet sich in Südtirol, ein Bergbauernhöfl auf 1200 m, ein eindrucksvolles Bergmassiv als Kulisse.

Maria Sigl, 2015

Galerie

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Auszug aus dem Gästebuch

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Dr. Olga Brückmann, 2015

Viel Spass und Erfolg mit Deiner Steinkunst. Du machst etwas ganz besonderes! Und bist besonders begabt. Die Kombination deiner handwerklichen Fähigkeit mit deiner Seele und Herz macht dich zu einer wahren Künstlerin. Ich freue mich schon heute auf Deine nächste Ausstellung.

Fritz Baer, 2015

… wieder ein kleines Wunder an einem bescheidenen Ort… Dieses Wunder entsteht aus diesem sorgsamen Umgang mit der uralten Massivität des Steines. Ich habe Lust, die anschmiegsame Glätte, die Bögen, die Tiefen, Zwischenräume, Urfarben der Skulpturen zu betasten, zu begreifen. Soweit der Serpentin nicht schon an und für sich und grundsätzlich habtisch ist, entsteht unter den Händen von Maria Sigl eine Erscheinung, die an den Ursprung der menschlichen Kreativität und Gestaltung erinnert. Hier wurde zwar geformt, gemeißelt, gefeilt, trotzdem entstand nichts Künstliches. Es scheint, als habe die Natur sich durch die Hände einer begnadeten Künstlerin selbst abbilden wollen. Ich wünsche der Künstlerin Begegnungen mit Menschen die „begreifen“.

Judith Rohe, 2015

Your stones have warmed my heart! Such a pleasure to find such stunning and original works of art so near to home. I look forward to seeing more!

Angelika und Günter Surner, 2015

In Usbekistan gesprochen davon, jetzt “live” gesehen! Es fällt uns nur großartig und phantastisch ein. Nur Goethe hätte es schöner formulieren können. Sicher hätte er auch über Deine Skulpturen sinniert. So aber bleibt uns nur zu rezitieren: … getrocknet, honigsüße Früchte, aus Buchara, dem Sonnenland und tausend liebliche Gedichte auf Seidenblatt von Samarkand.

Susanne Vollmer, 2015

Starke Arbeiten einer starken Frau. Ganz wunderbar. Vielen Dank.

Peter und Luise Anglmeier, 2015

Kunst kommt von Können und Du kannst! Toll!

Prof. Dr. Klaus-D. Hüllemann, 2015

Eine wahnsinnig dynamische Frau mit vielfältigen Begabungen, die (nahezu vulkanhaft) nach Gestaltung drängen. Sie formt mit Herzkraft und regem Verstand eine erfolgreiche, liebenswerte Familie. Selbst Marmor und anderen Gesteinen verleiht Frau Sigl ihre Gestaltungskraft, eine Zauberkraft.

Adelheid Maria v. Rosen, 2015

Welch eine Spannweite des Handwerkes – grob und fein, fein und zart, uralte Erscheinungsformen in dieser „modernen Welt“.

Ausstellung

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Hilgerhof (Künstlerhof) im Chiemgau, 2015
Hilgerhof (Künstlerhof) im Chiemgau, 2015
Hilgerhof (Künstlerhof) im Chiemgau, 2015
Hilgerhof (Künstlerhof) im Chiemgau, 2015

Vita


Maria Sigl, 1955 in Eggenfelden geboren, seit 30 Jahren im Chiemgau lebend, Mutter von 3 Kindern,

Kunsttherapie-Studium bei der APAKT München, Diplom-Arbeit : Kunsttherapeutische Arbeit mit Karzinom-Patienten im Rahmen eines Rehabilitationsverfahrens

Dipl.-Kunsttherapeutin, psychoanalytische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in eigener Praxis seit über 25 Jahren in Eggstätt

Gemäldeausstellungen beginnend mit 29 Jhr (u.a. Acryl, Öl) u.a. in München, Prien, Düsseldorf. Unterricht an der Kunstakademie in Bad Reichenhall u.a. bei Alfred Darda unter Einbeziehung von Naturmaterialien wie Steinstaub, Sand, Abfall der bei der Arbeit mit afrikanischem Serpentin, Marmor und Sandstein entsteht.

Seit einigen Jahren vermehrt Arbeit mit afrikanischem Serpentin aus Simbabwe bei afrikanischen Bildhauern wie Vengai Chiwawa, Benjamin Musendami, Ronika Tandi und Sam Mabue.

Ausstellung: Hilgerhof (Künstlerhof) im Chiemgau

Rilke über Kunst

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"Wenn ich die Kunst als eine Lebensanschauung bezeichne, meine ich damit nichts Ersonnenes. Lebensanschauung will hier aufgefaßt sein in dem Sinne: Art zu sein. Also kein Sich-Beherrschen und –Beschränken um bestimmter Zwecke willen, sondern ein sorgloses Sich-Loslassen, im Vertrauen auf ein sicheres Ziel. Keine Vorsicht, sondern eine weise Blindheit, die ohne Furcht einem geliebten Weiser folgt. Kein Erwerben eines stillen, langsam wachsenden Besitzes, sondern ein fortwährendes Vergeuden aller wandelbaren Werte: Man erkennt: Diese Art zu sein hat etwas Naives und Unwillkürliches und ähnelt jener Zeit des Unbewußten an, deren bestes Merkmal ein freudiges Vertrauen ist: die Kindheit..."

Rainer M. Rilke 1898 über Kunst

Gedichte zu meinen Arbeiten

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Zeuge von Urbeginn,
aus Chaos geschieden,
gemeert gelandet,
siedend geflüssigt,
brodelnd verströmt -
Gefaltet, getürmt und ergossen,
in Schichten gelegte Verwerfung.
Reichtum in sich bergend
– Einschlüsse – in tiefer Versenkung
Geheimnis bewahrende Höhlung
Gärten lichtentwachsen zu gläserner Form.
Erdenfleisch gehärtet, metallglänzend geädert,
durchfunkelt mit zur Durchsicht gepresster Verwandlung.
Geschichten der Bewahrer des Anbeginns –
enthülle deine dir innewohnende Gestalt.

Bewunderung für Deine Liebe zum Stein und Deine Arbeiten, Heidrun Zächerl, 2015

Der alte Stein
Neben einem kleinen Weg
Lag ein alter Stein, beim Steg.
Er lag schon sehr lange dort,
sagte zu keinem je ein Wort.
Schmutzig war er und allein,
so lag er da der alte Stein.
Er war auch nicht besonders schön,
Moos, Dreck, von Jahren, die vergehn
Er liebte Sonne und auch die Schgnecke,
die ihn manchmal besuchte in seiner Ecke.
Sie rutschte um den Stein, einmal nur
Vergnügtsah er an die Schneckenspur.
Es war für ihn ein Riesnespaß,
für den er manches Leid vergaß.
Lustig und froh ist dann der Stein,
ach, könnte das Leben immer so sein.
So war es bis heute,
dann kamen Leute,
Menschen, die voller Übermut den Stein wegstießen, vielleicht aus Wut,
zusammen mit seinem Freund, die Schnecke
lieblos in irgendeine dunkle Ecke.
Sein Seelenschmerz war wirklich groß.
Was war nur mit den Menschen los?
Er hatte doch wirklich nichts gemacht,
der Mensch fand´s lustig, hat nur gelacht.
Er war doch nur ein alter Stein,
zu nichts mehr tauglich, fast allein.
Er hatte nun rein gar nichts mehr,
das alles schmerzte ihn doch sehr.
Seine Heimat war endgültig weg,
er kam niemals fort von diesem Fleck.
Der Menschen ganz dummer Scherz
Erfüllte mit Bitternis sein Herz.
Er hörte das Rauschen im nahen Bach
Und sah lange noch den Menschen nach.

BeGa, 2015 (Bewohner eines Alten- und Pflegeheimes)

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